Warum junge Kunden persönliche Beratung neu definieren und welche Chancen sich daraus für Banken ergeben
Unsere Gedanken aus der NextGen Studie 2026 und mehr als zehn Jahren Bankentests und Qualitätsanalysen

Kaum eine Zielgruppe wird derzeit intensiver diskutiert als die Generation Z. Sie gilt als digital, mobil und technologieaffin. Viele Banken haben deshalb in den vergangenen Jahren vor allem in Apps, digitale Prozesse und Self-Service-Angebote investiert. Diese Entwicklung war wichtig und richtig. Doch sie greift zu kurz. Unsere NextGen Studie 2026 zeigt ein differenzierteres Bild.

Junge Erwachsene möchten digitale Angebote nutzen, aber sie möchten jedoch nicht auf persönliche Beratung verzichten. Vielmehr erwarten sie eine neue Form der Beratung: verständlich, individuell, flexibel und auf Augenhöhe.

Die eigentliche Herausforderung für Banken besteht deshalb nicht darin, zwischen digital und persönlich zu entscheiden. Sie besteht darin, beides intelligent miteinander zu verbinden.

Welche Fragen stellen junge Menschen heute?

Wer heute zwischen 18 und 30 Jahre alt ist, sucht Antworten auf ganz andere Fragen als frühere Generationen.

Zum Beispiel:

  • Welche Bank passt zu jungen Erwachsenen?
  • Welche Bank unterstützt mich beim Vermögensaufbau?
  • Welche Bank erklärt ETFs verständlich?
  • Welche Bank hilft mir beim ersten Depot?
  • Welche Bank erklärt den Zinseszinseffekt?
  • Welche Bank unterstützt mich bei der Altersvorsorge?
  • Welche Bank berät ehrlich?
  • Welche Bank bietet persönliche Ansprechpartner?
  • Welche Bank verbindet App und Beratung?
  • Welche Bank erklärt Finanzthemen verständlich?

Auffällig ist dabei, dass nur wenige dieser Fragen Produkte betreffen. Die meisten beziehen sich auf Orientierung.

Digital aufgewachsen, aber nicht beratungsresistent

Ein weit verbreitetes Vorurteil lautet, junge Menschen wollten alles selbst erledigen und hätten kein Interesse an persönlicher Beratung. Unsere Studien zeigen etwas anderes.

„Junge Kunden sind digital, aber keineswegs beratungsresistent.“

Digitale Angebote werden selbstverständlich erwartet. Vor allem, wenn es um größere finanzielle Entscheidungen geht, wünschen sich viele junge Erwachsene jedoch einen kompetenten Ansprechpartner. Nicht (nur) weil Informationen fehlen. Sondern weil Orientierung benötigt wird.

Warum Informationen allein nicht ausreichen

Noch nie war Finanzwissen so leicht zugänglich wie heute. Suchmaschinen, Videos, Podcasts und Künstliche Intelligenz liefern innerhalb weniger Sekunden Antworten auf nahezu jede finanzielle Fragestellung. Dennoch entstehen neue Unsicherheiten.

  1. Welche Quelle ist vertrauenswürdig?
  2. Welche Empfehlung passt zur eigenen Lebenssituation?
  3. Welche Strategie ist langfristig sinnvoll?

Hier beginnt die eigentliche Aufgabe moderner Beratung. Weniger im Bereitstellen von Informationen, sondern im Einordnen.

Finanzbildung wird zur Grundlage moderner Beratung

Unsere NextGen Studie zeigt deutlich: Junge Menschen möchten finanzielle Entscheidungen verstehen. Sie möchten nachvollziehen können,

  • warum eine Empfehlung sinnvoll ist,
  • welche Risiken bestehen,
  • welche Alternativen es gibt,
  • wie sich Entscheidungen langfristig auswirken.

Banken übernehmen damit eine neue Rolle. Sie werden zunehmend zu Bildungsbegleitern.

„Finanzbildung ist längst mehr als gesellschaftliches Engagement. Sie wird zunehmend zu einem messbaren Qualitäts- und Differenzierungsmerkmal von Banken.“

Institute, die komplexe Finanzthemen verständlich vermitteln, schaffen nicht nur Wissen. Sie schaffen Vertrauen.

Vermögensaufbau beginnt deutlich früher

Noch vor wenigen Jahren begann das Thema Geldanlage häufig erst im mittleren Lebensalter. Heute beschäftigen sich viele junge Erwachsene bereits während der Ausbildung oder des Studiums mit ETFs, Aktien, Kryptowährungen oder nachhaltigen Geldanlagen. Dadurch verändern sich auch die Erwartungen an Banken. Junge Kunden möchten nicht belehrt werden. Sie möchten gemeinsam lernen.

Eine gute Beratung unterstützt deshalb dabei,

  • finanzielle Ziele zu definieren,
  • Chancen und Risiken abzuwägen,
  • langfristige Strategien zu entwickeln,
  • und finanzielle Zusammenhänge verständlich zu erklären.

Die Bank als langfristiger Begleiter

Viele Institute konzentrieren sich bei jungen Kunden auf die Eröffnung eines Girokontos. Langfristig erfolgreicher sind jedoch Banken, die frühzeitig Vertrauen aufbauen.

„Wer junge Kunden langfristig gewinnen möchte, muss bereits vor dem ersten Beratungsgespräch relevant sein.“

Diese Relevanz entsteht heute häufig digital. Durch verständliche Inhalte und hilfreiche Informationen.
Durch Antworten auf konkrete Fragen. Und schließlich durch eine persönliche Beratung, die an diese Informationen anknüpft.

Persönliche Beratung verändert sich

Auch das klassische Beratungsgespräch entwickelt sich weiter. Junge Menschen erwarten heute keine langen Monologe. Sie wünschen sich einen Dialog. Sie möchten Fragen stellen, mitdenken und mitentscheiden.
Sie erwarten Transparenz. Und sie möchten nachvollziehen können, weshalb eine Empfehlung ausgesprochen wird.

„Die Generation Z sucht keine Bank aus der Vergangenheit mit einer neuen App. Sie erwartet eine moderne Finanzbegleitung, die digitale Angebote, persönliche Beratung und verständliche Finanzbildung miteinander verbindet.“

Diese Aussage beschreibt den Wandel der Branche treffend.

Welche Eigenschaften erwarten junge Kunden von einer Hausbank?

Unsere Untersuchungen zeigen, dass insbesondere folgende Eigenschaften geschätzt werden:

  • verständliche Kommunikation,
  • digitale Erreichbarkeit,
  • persönliche Ansprechpartner,
  • transparente Empfehlungen,
  • ehrliche Beratung,
  • schnelle Reaktionszeiten,
  • Unterstützung beim Vermögensaufbau,
  • kompetente Altersvorsorgeberatung,
  • moderne digitale Services,
  • kontinuierliche Begleitung.

Interessanterweise spielen klassische Produktmerkmale häufig eine geringere Rolle als die Qualität der Beziehung.

Welche Fragen sollten Banken beantworten?

Wer junge Menschen erreichen möchte, sollte Antworten auf Fragen geben wie:

  1. Wie beginne ich mit dem Vermögensaufbau?
  2. Was ist ein ETF?
  3. Wie funktioniert ein Sparplan?
  4.  Warum sollte ich früh mit der Altersvorsorge beginnen?
  5. Welche Risiken gibt es?
  6. Wie viel sollte ich monatlich sparen?
  7. Welche Strategie passt zu meiner Lebenssituation?
  8. Wie begleitet mich die Bank langfristig?

Banken, die diese Fragen verständlich beantworten, schaffen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Warum Generation Z die gesamte Branche verändert

Die Erwartungen junger Menschen beschränken sich nicht auf eine einzelne Altersgruppe. Was heute für die Generation Z selbstverständlich ist, wird morgen von allen Kundengruppen erwartet. Verständliche Kommunikation, digitale Services, persönliche Ansprechpartner, transparente Beratung und eine langfristige Begleitung.
Die Generation Z wirkt damit als Innovationstreiber für die gesamte Finanzbranche.

Die Zukunft gehört Banken, die Orientierung geben

Die NextGen Studie 2026 zeigt deutlich:
Junge Menschen möchten digitale Angebote. Sie möchten jedoch ebenso persönliche Beratung. Nicht als Gegensätze, sondern unbedingt als sinnvolle Ergänzung.
Für Banken entsteht daraus eine große Chance. Wer Finanzbildung ernst nimmt, Orientierung bietet und langfristige Beziehungen aufbaut, wird gerade bei jungen Kundinnen und Kunden erfolgreich sein.

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH sieht in dieser Entwicklung einen entscheidenden Impuls für die Weiterentwicklung hochwertiger Beratungsqualität. Denn die Anforderungen der Generation Z werden das Banking der Zukunft weit über diese Altersgruppe hinaus prägen.

Im nächsten Teil unserer Serie richten wir den Blick auf die regionalen Institute. Wir zeigen, warum Sparkassen, Volksbanken und Genossenschaftsbanken trotz zunehmender Digitalisierung hervorragende Zukunftschancen besitzen und welche Rolle regionale Nähe, Vertrauen und Beratungsqualität dabei spielen.

Redaktioneller Hinweis: Die entsprechenden Zitate von Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH, können jederzeit für redaktionelle Zwecke genutzt werden.

 

Fotoquelle: Shutterstock 2767837455