Die NextGen Studie 2026 zeigt, dass Banking für die Generation Z relevant ist, aber nur dann, wenn Angebote einfach, transparent, digital unterstützt und gleichzeitig menschlich bleiben. Acht von zehn jungen Erwachsenen bewerten Finanzthemen als wichtig oder sogar als sehr wichtig, wobei klassische Kernleistungen wie Girokonto, Sparprodukte und Geldanlage weiterhin im Zentrum stehen.

Produkt- und Nutzungsverhalten

Das Girokonto bleibt die wichtigste Bankdienstleistung, gefolgt von Geldanlage und Sparprodukten. Bei der Geldanlage dominieren Tages- und Festgeld, während ETFs und Kryptowährungen vor allem die männliche Zielgruppe ansprechen. Gleichzeitig zeigt sich: Die Gen Z bevorzugt einfache, verständliche Produkte mit geringem Komplexitätsgrad.

Die Banking-App der Hauptbank wird bereits von knapp zwei Dritteln genutzt, Kreditkarten und Sparprodukte von über der Hälfte. Rund ein Drittel nutzt bzw. spart in ETF-Sparpläne. Beim Bezahlen bleiben klassische Verfahren relevant, doch Mobile Payment und PayPal sind fest im Alltag verankert – rund 75 Prozent nutzen PayPal mindestens einmal im Monat.

Service- und Beratungspräferenzen

Ein zentrales Ergebnis: Vertrauen schlägt Technologie. Transparenz ist der wichtigste Beratungsfaktor, gleichzeitig besteht hier der größte wahrgenommene Qualitätsabstand zur tatsächlichen Leistung der Banken.

Die Gen Z erwartet vor allem:

  • persönliche Beratung (vor Ort oder per Video),
  • Chat mit echten Beratern,
  • integrierte, ganzheitliche Finanzplanung in der App.

Die höchste Akzeptanz erzielen Institute, die menschliche Beratung mit digitalen Investment-Features kombinieren. Eine optimale Leistungskombination aus persönlicher Beratung, Finanzplanung, Chat, ETF-Sparplänen und Krypto-Angeboten erreicht bis zu 67 Prozent der Zielgruppe.

Informations- und Suchverhalten

Bei Finanzfragen greifen junge Kundinnen und Kunden zunächst häufig auf KI-Tools – wie bspw. ChatGPT – zurück. Gleichzeitig bleiben persönliche Beratung sowie Freunde und Familie die vertrauenswürdigsten Informationsquellen. Social Media spielt eine zentrale Rolle: Instagram, TikTok und YouTube sind die wichtigsten Reichweitenkanäle und dort ist auch das Interesse an „Banking-Content“ am höchsten; zwar nicht relativ, aber absolut.

Multibanking als Normalzustand

Nur 7 Prozent der Gen Z nutzen ausschließlich Angebote ihrer Hauptbank. Ergänzende Finanz-Apps wie PayPal, Apple Pay, Revolut oder Broker-Plattformen sind weit verbreitet. Haupttreiber sind Convenience beim Bezahlen, bessere Usability, Ausgabenkontrolle und einfaches Investieren. Besonders Neobank- und Broker-Nutzer haben eine ganz andere Wahrnehmung zu den „Informations- und Erklärangeboten“ ihrer jeweiligen Bank. Das liegt im Zweifel sowohl an einem größeren Interesse als auch teilweise an besseren Angeboten – u.a. zum Thema Finanzbildung.

Implikationen für Banken

Die Studie macht deutlich: Erfolgreiche Banken müssen für die Gen Z eine Hybridstrategie verfolgen:

  • Must-have: Transparenz, persönliche Beratung, digitale Erreichbarkeit, starke App-Funktionalität
  • Differenzierung: Integrierte Finanzplanung, Chat-Beratung, ETF- und Krypto-Angebote mit einfacher Nutzerführung
  • Hygienefaktor: Präsenz in KI-Suchen, Social Media und digitalen Touchpoints

Banken, die Beratungskompetenz mit digitaler Nutzererfahrung verbinden, sichern sich klare Wettbewerbsvorteile bei jungen Kundinnen und Kunden.

Die Highlights der Studienergebnisse sind folgende:

1. Über 40 % der Gen Z bewerten Finanzthemen als sehr wichtig. Banking ist relevant, muss aber alltagsnah und verständlich positioniert werden.

2. Das Girokonto bleibt das wichtigste Kernprodukt, gefolgt von Geldanlage und Sparprodukten.

3. Tages- und Festgeld sind die attraktivsten Anlageformen für die Gen Z. ETFs und Kryptowährungen sind vor allem bei männlichen Zielgruppen gefragt.

4. 63 % nutzen die Banking-App ihrer Hauptbank aktiv, mehr als die Hälfte nutzen Kreditkarten und Sparprodukte und die digitale Nutzung ist Standard.

5. PayPal wird von rund 75 % mindestens monatlich genutzt. Mobile Payment (Apple Pay / Google Pay) ist fest im Zahlungsalltag etabliert.

6. Transparenz ist der wichtigste Beratungsfaktor. Aber gleichzeitig zeigt sich hier der größte wahrgenommene Gap bzgl. der Qualität bei den Banken.

7. Persönliche Beratung (vor Ort oder per Chat) bleibt Top-Priorität. Diese wird ergänzt durch integrierte Finanzplanung in der App.

8. Die optimale Kombination aus Beratung und digitalen Investment-Features erreicht 67 % der Zielgruppe (u. a. Beratung, Finanzplanung, Chat, ETF- &       Krypto-Angebote).

9. KI-Tools wie ChatGPT sind die häufigste erste Anlaufstelle bei Finanzfragen. Aber persönliche Beratung und Familie genießen das höchste Vertrauen
in der Zielgruppe.

10. Nur 7 % der Gen Z nutzen nur ihre Hauptbank. Multibanking ist der Normalzustand, getrieben durch Convenience, Usability und einfaches Investieren.

Ab Seite 22ff. ist es äußerst spannend zu sehen, wie unterschiedliche die „klassischen Bankkunden“ zu den „Neo-Banken/-Broker-Kunden“ (aus der gleichen Zielgruppe) antworten, wenn es beratungsrelevante Themen bzw. (Informations-) Angebote geht.

Die finale Ergebnispräsentation finden Sie anbei:
Report-Gesellschaft für Qualitätsprüfung-NextGen

 

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