Young Finance Award – Gesellschaft für Qualitätsprüfung kürt die „NextGen Banken 2026“

Erstmals veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung die Ergebnisse des neuen Testformats „Young Finance Award“. Die ausgezeichneten Institute zeigen überdurchschnittliche Leistung in zeitgemäßer Service- und Beratungsqualität für eine junge, moderne Zielgruppe.

Banken müssen jünger werden. So oder ähnlich lautet das Expertenurteil schon seit einigen Jahren, wenn es um die Frage geht, wie sich Banken im Wettbewerb um die Gunst junger Kunden positionieren sollten.

In zunehmendem Maße trifft das klassische, im Grundsatz konservative Finanzgeschäft auf die Vertreter/innen der jungen Generationen. Dabei ist festzustellen, dass Millennials und Generation Z andere Bedürfnisse haben als ihre Eltern und Großeltern und so nicht mehr mit altbewährten Marketing-, Service- und Beratungsstrategien erreicht werden.

Mit dem neuen Bankentest „Young Finance Award“ stellt die Gesellschaft für Qualitätsprüfung erstmals die Frage, wie weit Banken bereits verstanden haben, dass hier ein grundlegendes Umdenken erforderlich und in welchem Maße es bereits gelungen ist, das Angebot an den neuen Zielgruppen auszurichten.

Mit dem Young Finance Award zeichnet die Gesellschaft für Qualitätsprüfung Banken aus, die sich in der Aufbereitung von Informationen und der Bereitstellung von Serviceleistungen, ausgerichtet auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse junger Erwachsener, erkennbar positiv vom Wettbewerb abheben.

Ausgezeichnete „NextGen Bank 2026“ – ein Qualitätsurteil aus berufenem Munde

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung hat sich in den zurückliegenden 10 Jahren mit unterschiedlichen Bankentests, wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“ oder dem Private Banking-Test „Exzellente Beratungsqualität“ einen Namen als qualifiziertes, objektives und unabhängiges Testinstitut rund um die Beratungs- und Servicequalität von Banken und Finanzdienstleistern erarbeitet.

Im Bankentest „NextGen Bank“ nutzt die Gesellschaft für Qualitätsprüfung ihre langjährige Expertise und prüft und bewertet das digitale Informations- und Serviceangebot von mehr als 200 Instituten bundesweit, anhand eines mehrdimensionalen Kriterienkatalogs in fünf Hauptkategorien.

Gesucht: Höchstleistung in digitaler Information und Kommunikation

Mit dem Digital-Check rückt der Young Finance Award die Bedeutung der individuellen Website der Institute im Test in den Fokus. Als erste Anlaufstelle für Interessierte der internetaffinen Generationen zeigen die Websites der ausgezeichneten Regionalbanken ein klar erkennbar „junges“ Informations- und Serviceangebot. Hierbei wurden auch Aspekte der Usability sowie die Kompatibilität mit mobilen Endgeräten berücksichtigt.

Ein weiterer Schwerpunkt des standardisierten Tests lag auf der Bewertung der inhaltlichen Qualität der Beratung. Hierbei wurde zum Beispiel hinterfragt, in wie weit die Testkandidaten ein Angebot bereitstellen, das charakteristischen Lebensphasen junger Erwachsener entspricht.

Eine individuelle Erstberatung wurde anhand der Auswertung von Chat-Dialogen beurteilt, mit denen Banken grundlegend bereits unter Beweis stellen konnten, dass sie das Potenzial digitaler Kommunikation erkannt haben und aktiv nutzen, um Kunden zu gewinnen.

Social Media is Key – Banken punkten mit Engagement und Glaubwürdigkeit

Drei der fünf Hauptkategorien widmen sich der Nutzung sozialer Medien. Hiermit dokumentiert der Bankentest auf der Suche nach den „NextGen Banken“ die enorme Bedeutung dieser Plattformen für die Informationsbeschaffung und Meinungsbildung unter jungen Erwachsenen.

Für Banken sind die sozialen Medien gleichermaßen Kontaktpunkt und damit eine konkrete Möglichkeit zur Kundengewinnung, wie auch ein Instrument der allgemeinen Imagebildung.

Mit dem Young Finance Award ausgezeichnet wurden all die Institute, die u.a. bei LinkedIn, Instagram und anderen Netzwerken mit einem konsistenten Auftritt überzeugen konnten.

Dabei wurde einerseits bewertet, in wie weit ein dem Stil der Plattform angepasstes Informations- und Kommunikationsangebot vorhanden ist, andererseits überzeugen die Preisträger plattformübergreifend mit Konsistenz und Authentizität.

Young Finance Award – Fit für die Zukunft und offen für die Belange junger Menschen

Die Ergebnisse aus allen fünf Kategorien (Digital-Check, Persönliche Finanzplanung, LinkedIn, Instagram, Authentizität im digitalen Ökosystem) fließen unterschiedlich gewichtet in das Gesamtergebnis ein. Die Gesamtnote ist damit eine differenzierte Bewertung der Gesamtleistung.

Der Young Finance Award zeichnet herausragende Leistung in der Beratungs- und Kommunikationsqualität aus und bescheinigt digitale Kompetenz, kommunikative Nähe und eine glaubwürdige Zukunftsstrategie.

Die diesjährigen Ergebnisse des Testformats „Exzellente NextGen Bank 2026“ finden Sie ab dem 22. Januar 2026 auf unserer Homepage.

 

Bankentest „NextGen Bank 2026“ – Das neue Testformat im Portrait

Mit dem Bankentest „Young Finance Award“ und der Auszeichnung „NextGen Bank 2026“ präsentiert die Gesellschaft für Qualitätsprüfung ein neues Format.

Im Interview beschreibt Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung, welche Zielsetzung der neue Test verfolgt, was ihn von den etablierten Formaten unterscheidet und welchen Mehrwert die Ergebnisse, die am 22.01.2026 veröffentlicht werden, sowohl Verbrauchern als auch Banken bieten können.

Redaktion (RD): „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, „Private Banking-Test“ und nun der Bankentest „Young Finance Award“– brauchte es wirklich noch einen weiteren Bankentest?

Kai Fürderer (KF): „Auf den ersten Blick vielleicht eine berechtigte Frage, zumal sich all unsere Testformate im Kern mit der Frage nach Service- und Beratungsqualität befassen, tatsächlich zeigt aber ein näherer Blick, dass sich alle von uns durchgeführten Bankentests deutlich unterscheiden.

Im Falle des neuen Testformats auf der Suche nach den besten „NextGen Banken“ konzentrieren wir uns so zum Beispiel auf die Leistung, die von Banken in Bezug auf die Verbrauchergruppe der jungen Erwachsenen erbracht wird, während es in den anderen Tests um spezifische Produkte und die Service- und Beratungsqualität im Allgemeinen geht.

Hinzu kommt, dass es aktuell keine Analyse bzw. Studie gibt, die sich so umfangreich und systematisch mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Deshalb war es jetzt an der Zeit, dies zu tun.“

RD: Provokant gefragt: Und wen interessiert das? Sind nicht junge Erwachsene für Banken überhaupt interessant und umgekehrt Banken für junge Erwachsene nicht viel zu spießig?

KF: „Diese Denkweise ist nicht ungewöhnlich, aber gleichzeitig ein Grund, warum wir das neue Testformat entwickelt haben, eben weil immer deutlicher wird, dass so zu denken falsch und kurzsichtig ist.

Selbst wenn junge Erwachsene auf den ersten Blick – durch ein im Vergleich zu anderen Altersgruppen geringes Vermögen und niedrigeres Einkommen – keine gigantischen Umsätze versprechen, wächst ihr Interesse am Finanzmarkt erkennbar.

Das zeigte jüngst auch sehr eindrucksvoll unsere ganz aktuelle „NextGen Studie 2026“. Darüber hinaus werden in diesem Alter die Weichen gestellt, an wen sie sich später einmal wenden, wenn es um ihre dann stabilen Finanzen geht. Banken können sich so also das Geschäft der Zukunft sichern, nein, Sie müssen es sogar, wenn sie langfristig überleben wollen.

Gerade Regionalbanken müssen den zahlungskräftigen Kunden von morgen einen Grund liefern, warum die ihre Finanzgeschäfte nicht vollständig über ein modernes, anonymes Online-FinTech o.a. abwickeln sollen.“

RD: Also richtet sich der Bankentest „Young Finance Award“ in erster Linie an die Banken selbst?

KF: „Auch, aber sicherlich nicht ausschließlich. Wie alle unsere Testformate bieten wir auch mit dem neuen Test eine Orientierungshilfe für Verbraucher, die nach einem kompetenten Partner für ihre individuellen Finanzgeschäfte suchen.

Natürlich bietet der „Young Finance Award“ den ausgezeichneten Banken eine Gelegenheit, sich zu präsentieren und für sich zu werben, hierfür haben sie aber auch überdurchschnittliche Qualität unter Beweis gestellt.

So gesehen ist es eine klassische Win-Win-Situation: Junge Erwachsene, die sich vielleicht erstmals über ihre finanzielle Zukunft Gedanken machen oder einen konkreten Beratungs- und Leistungsbedarf haben, finden Banken in ihrer Nähe, die sich erfolgreich und nachweislich mit den spezifischen Bedürfnissen junger Kunden auseinandergesetzt haben und die ausgezeichneten Banken erhalten einen ersten Vertrauensvorschuss durch unsere unabhängige Bewertung.“

RD: Woher wussten Sie bei der Testgestaltung, was diese Bedürfnisse junger Erwachsener sind?

KF: „Da wir in diesem Test nicht, wie in den anderen Formaten, mit qualifizierten Testkunden arbeiten konnten, war es besonders wichtig, vorab ein möglichst genaues Bild davon zu entwickeln, welche Bedürfnisse und Anforderungen junge Erwachsene im Zusammenhang mit einer Bankberatung haben und auch welchen Wissensstand wir hierbei voraussetzen können.

Hier hat uns unsere eigene Kundenstudie aus 2024 und besonders die aktuelle „NextGen Studie 2026“ viele wertvolle Informationen geliefert. Dabei haben wir jeweils eine repräsentative Kundenbefragung durchgeführt mit dem Fokus auf die „Generation Z“; in der aktuellen Studie sogar ausschließlich mit dem Fokus auf die jungen Erwachsenen.

Darüber hinaus haben wir noch weitere geeignete Studien herangezogen und konnten so einen mehrdimensionalen Kriterienkatalog entwickeln, der die im Test vertretenen Institute in fünf Hauptkategorien bewertet.“

RD: Was ist jungen Erwachsenen nach Ihren Erkenntnissen besonders wichtig?

KF: „Die wichtigste, wenn auch nicht unbedingt neue Erkenntnis ist die, dass jüngere Generationen einen Fokus auf digital verfügbare Informationen und Serviceleistungen legen.

Wer es gewohnt ist, online zu kommunizieren, online einzukaufen und sich online zu unterhalten und zu informieren, der erwartet ein entsprechendes Angebot auch von einem Finanzdienstleister.

Entsprechend haben wir aus den anderen Testformaten den hier bewährten Digital-Check übernommen, abgewandelt, und die Webpräsenz der Kandidaten kritisch geprüft. Dabei haben wir uns darauf konzentriert, nach Informationen zu zielgruppenrelevanten Produkten zu suchen und versucht die gesamte Aufbereitung der Informationen, mit den Augen junger User zu betrachten.

Dabei spielten Fragen der Usability, der einfachen Verständlichkeit und der Optimierung des Angebots für Mobilgeräte eine zentrale Rolle.“

RD: Also spielte die eigentliche Beratung eine untergeordnete Rolle?

KF: „In einem auf junge Erwachsene zugeschnittenen Angebot sind die online verfügbaren Informationen Teil der Beratung. Wir haben geprüft, welche Angebote zur persönlichen Finanzplanung die Banken hier konkret mit Bezug auf unterschiedliche Lebensphasen machen.

Finden sich Informationen zum ersten eigenen Girokonto? Wird das Thema Absicherung im Studium aufgegriffen? Sensibilisieren die Informationen für die Vorsorgeplanung ab dem Berufseinstieg?

Die Brücke zur persönlichen Beratung schlagen wir – ebenfalls im Stil einer online-affinen Zielgruppe – durch die Analyse von Chat-Dialogen, die auf Grundlage vorgegebener Szenarien geführt wurden.“

RD: Die Banken-Website war aber sicherlich nicht das einzige Bewertungskriterium, oder?

KF: „Das ist natürlich richtig, das wäre zu wenig, zumal junge Verbraucher nicht unbedingt als erstes auf der Website suchen. Besondere Beachtung verdient im Test deshalb die Social-Media-Präsenz der Testkandidaten.

Die sozialen Medien sind für junge Menschen eine der, wenn nicht sogar die wichtigste Informationsquelle. Mehr noch, sie tragen maßgeblich zur Meinungsbildung bei. Wer hier als Bank einen guten Job macht, hat sprichwörtlich oft bereits die halbe Miete verdient.“

RD: Was heißt in diesem Fall für Sie „einen guten Job machen“?

KF: „Wir haben beim Bankentest „NextGen Bank“ die verschiedenen Social-Media-Profile der Institute im Test genau unter die Lupe genommen. Schwerpunkte waren hierbei das Businessnetzwerk LinkedIn und Instagram.

Zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Netzwerke bilden sehr gut die Vielfalt der Informationsbeschaffung ab. LinkedIn als beruflich orientierte Plattform richtet sich vor allen Dingen an Young Professionals, Studierende und Berufseinsteiger.

Instagram dagegen ist eher emotional aufgeladen, funktioniert in erster Linie über visuelle Reize, hat einen deutlich jugendlicheren Charakter und verbindet niedrigschwellige Information geschickt mit Unterhaltung. Abgerundet wird das Bild durch weitere Netzwerke wie Facebook, YouTube und TikTok, die ebenfalls ganz spezifische Möglichkeiten bieten, sich zu präsentieren und wahrgenommen zu werden, bzw. sich zu informieren.

Wichtig ist dabei vor allen Dingen, dass Banken die sozialen Medien konsequent und vor allen Dingen konsistent bespielen. Es muss eine Strategie vorhanden sein, die inhaltlich einheitlich, auf die jeweilige Plattform zugeschnitten, umgesetzt wird. Dabei punkten Konsistenz und Authentizität.“

RD: Das klingt insgesamt nach hohen Ansprüchen. Was sagt der Bankentest „Young Finance Award“ nun aus? Sind die Banken den hohen Erwartungen gerecht geworden?

KF: „Auf jeden Fall haben wir mit dem Test „Ausgezeichnete NextGen Banken“ gefunden, die wir guten Gewissens im Rahmen des Young Finance Awards auszeichnen konnten. Insgesamt ist erkennbar, dass die Mehrheit der Banken verstanden hat, dass es sich lohnt auf die Zielgruppe junge Erwachsene einzugehen und dass es hierfür besonderer Strategien und Methoden bedarf.

Die Umsetzung zeigt aber auch noch deutliche Unterschiede. Einige Banken haben zum Beispiel auf ihren Websites ausgewiesene Bereiche mit Themen, die junge Kunden interessieren und die hier zielgruppengerecht aufgearbeitet wurden.

Andere überzeugen beim Einsatz der Chat-Funktion und liefern hier eine hochwertige Erstberatung, die zuverlässig zu einem persönlichen Erstkontakt bzw. zu einer Online-Terminierung führt. Was die sozialen Medien betrifft, so kann man feststellen, dass Profile, wenn sie vorhanden sind, auch konsequent gepflegt werden.

Auf jeden Fall lohnt sich für alle jungen Erwachsenen, die nach einem Partner für ihre finanzielle Zukunft suchen, ein Blick auf die Ergebnisse. Die ausgezeichneten Banken dürfen stolz auf sich sein und den Young Finance Award und die Auszeichnung als „NextGen Bank 2026“ als Ansporn betrachten, ihre Strategie im Umgang mit der jungen Zielgruppe konsequent fortzusetzen.

Wer diesmal nicht ausgezeichnet wurde, soll den Test als Anreiz betrachten, vorhandenes Potenzial zu nutzen und die Bemühungen um die Kunden der Zukunft engagiert anzugehen.“

RD: Letzte Frage: War es das jetzt oder welches Format erwartet uns als nächstes?

KF: „Wir gestalten unsere Testformate orientiert an den Bedürfnissen der Verbraucher und den aktuellen Markttrends. Wenn diese sich in Zukunft verändern, werden wir sicherlich auch passende Tests entwickeln, um die Beratungs- und Servicequalität praxisorientiert auf die Probe stellen.“

 

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NextGen Studie 2026 – Erwartungen, Nutzungsverhalten und Angebotspräferenzen junger Bankkundinnen und -kunden

Einleitung / Studienhintergrund

Mit der NextGen Studie 2026 hat die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH erneut die Perspektive junger Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt gestellt. Ziel der repräsentativen Untersuchung war es, ein belastbares Bild über Nutzungsverhalten, Erwartungen, Wünsche und Prioritäten der jungen Generation im Umgang mit Banken und Finanzdienstleistern zu gewinnen.

Hierfür wurden über 1.000 junge Erwachsene umfassend befragt. Der Fokus lag sowohl auf digitalen, funktionalen Angeboten als auch auf klassischen und neuen Produktlösungen, die für diese Zielgruppe heute und in Zukunft von besonderer Relevanz sind.

Studiendesign und Methodik

Die NextGen Studie 2026 basiert auf einer standardisierten, repräsentativen Kundenbefragung mit folgenden Schwerpunkten:

  • Befragung von über 1.000 jungen Kundinnen und Kunden
  • Erhebung quantitativer und qualitativer Einschätzungen
  • Fokus auf reale Nutzungserfahrungen und konkrete Erwartungen
  • Betrachtung digitaler, beratungsbezogener und produktseitiger Aspekte

Die Ergebnisse liefern damit eine valide Entscheidungsgrundlage für Banken, die ihre Angebote konsequent an den Bedürfnissen junger Zielgruppen ausrichten möchten.

Zentrale Fragestellungen der Studie

Im Rahmen der NextGen Studie 2026 wurden u. a. folgende Themen untersucht:

  • Wie nutzen junge Kunden heute Bankangebote und -kanäle?
  • Welche digitalen Funktionen und Services werden erwartet oder vorausgesetzt?
  • Welche Produkte stehen bei jungen Erwachsenen besonders im Fokus?
  • Wo sehen junge Kunden Stärken, Defizite und Verbesserungspotenziale bei Banken?
  • Welche Rolle spielen Transparenz, Verständlichkeit und persönliche Unterstützung?

Kernergebnisse: Nutzungsverhalten und Erwartungen

Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass junge Kundinnen und Kunden digitale Angebote als selbstverständlich betrachten, gleichzeitig jedoch hohe Anforderungen an Qualität, Einfachheit und Mehrwert stellen. Diese ist auch nicht verwunderlich, da 78% der Befragten angeben, dass das Thema Finanzen in ihrer aktuellen Lebensphase wichtig ist.

Vor dem Hintergrund der Wichtigkeit für die Zielgruppe „junge Kunden“ sind die Forderungen nach Qualität, Einfachheit und Mehrwert nachvollziehbar, da die Themen von Bedeutung sind und genutzt werden wollen. Dieses Interesse steuert die Aufmerksamkeit, was für Banken bzw. Finanzdienstleister eine große Chance darstellt.

Besonders relevant sind dabei:

  • intuitive digitale Prozesse
  • schnelle und transparente Informationen
  • flexible Nutzung über verschiedene Endgeräte
  • klare Kommunikation ohne Fachjargon in einer verständlichen Sprache

Gleichzeitig wird deutlich, dass digitale Angebote eine persönliche Beratung nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen sollen; insbesondere bei komplexeren finanziellen Fragestellungen. Dazu stellt sich bei den aktuellen Ergebnissen heraus, dass der Chat als Angebot bzw. Funktion für eine qualitativ hochwertige Kommunikation eine große Rolle spielt.

Digitale (funktionale) Angebote im Fokus

Ein zentraler Bestandteil der Studie war die Bewertung digitaler Funktionen und Services. Junge Kundinnen und Kunden legen hierbei besonderen Wert auf:

  • Übersichtliche und leistungsfähige Banking-Apps
  • Digitale Self-Service-Möglichkeiten
  • Verständliche Darstellung von Produkten und Kosten
  • Digitale Unterstützung bei Planung und Entscheidungsfindung

Digitale Qualität wird dabei nicht mehr als Zusatz, sondern als Grundvoraussetzung für Attraktivität und Vertrauen wahrgenommen. Das bestätigen die Aussagen sowohl zu den „Top 3“ der wichtigsten Leistungen einer Bank als auch zu dem Wunsch bspw. Content zu Finanzthemen (Stichwort: Finanzbildung) gern bspw. über Instagram zu nutzen bzw. zu konsumieren.

Produktangebote mit besonderer Relevanz für die NextGen

Neben der digitalen Ebene wurden auch Produktangebote untersucht, die für junge Erwachsene eine besondere Rolle spielen. Dazu zählen insbesondere:

  • Girokonten und Zahlungsverkehr
  • Spar- und Anlageangebote
  • Versicherungsnahe Produkte
  • Vorsorge- und Absicherungslösungen

Die Ergebnisse zeigen: Produkte müssen u.a. lebensphasengerecht sein, um bei der jungen Zielgruppe auf Akzeptanz zu stoßen. Dazu kommt die Unterscheidung, ob die Person ein nennenswertes Einkommen hat, um bspw. sparen zu können bzw. über ein Guthaben verfügt, um sich über Geldanlage Gedanken machen zu können.

Diese drei Parameter (Lebensphase, Einkommen und Vermögenssituation) sind zentrale Fragestellungen, die eine persönliche Beratung bereits zu Beginn berücksichtigen sollten, um auf Basis dessen bspw. auf Präferenzen und Bedarfe eingehen zu können. Dies bedeutet im Zweifel weniger eine Veränderung der Beratungsangebote als vielmehr eine andersartige Gesprächseröffnung, um auf die vorgenannten Themen einzuzahlen bzw. um auf die Bedürfnisse einzugehen. Und dabei geht es um weit mehr als um die Anrede mit „Sie“ oder „du“.

Da die „Beratung in der Filiale“ (persönlich oder per Videoberatung) von 40% der Befragten als wichtigste „Bank-Dienstleistung“ angesehen wird, macht es für Banken und Sparkassen Sinn, sich mit den Beratungsprozessen bzw. mit der Gesprächsführung für junge Kundinnen und Kunden auseinanderzusetzen bzw. diese ggf. zu überdenken bzw. in Teilen auch zu optimieren.

Bedeutung der Ergebnisse für Banken

Die NextGen Studie 2026 verdeutlicht, dass Banken ihre Angebote ganzheitlich denken müssen. Die Studie liefert damit wertvolle Impulse für Strategie, Produktentwicklung, Kommunikation und Beratung. Dabei geht es oftmals weniger um Neuentwicklungen, sondern eher um eine Optimierung der bestehenden Angebote. Das reicht von der Sprache (bspw. zum Depot für Minderjährige) über die Präsentation der Produkte (bspw. im Bereich Geldanlage) bis hin zu der Optimierung der Qualität im Dialog mit den Kunden per Chat.

Besonders alarmierend ist bspw., dass Tages- und Festgeld als am attraktivsten wahrgenommen wird und weit über 50 % diese Form der Geldanlage für sehr interessant bzw. interessant halten.

Das zeigt sehr eindrucksvoll, welcher Bedarf bzgl. der Finanzbildung besteht bzw. welche Wissenslücken bestehen. Das wird u.a. dadurch bestätigt, dass lediglich jeder achte Befragte aktuell einen Wertpapiersparplan bzw. ETF-Sparpläne nutzt.

Auf der anderen Seite zeigt sich, dass mehr als jeder Vierte nicht weiß, welche Erklär- und Informationsangebote die eigene Hauptbank rund um Finanzen bzw. Wertpapiere bereitstellt. Diese Informationsdefizite zeigen sich auch u.a. bei Vorsorge und Versicherungen und bieten gut Möglichkeiten, um sich als Finanzpartner vor Ort aktiv zu positionieren.

Fazit und Ausblick

Mit der NextGen Studie 2026 liegt eine umfassende und repräsentative Analyse der Erwartungen junger Bankkundinnen und – kunden vor. Sie zeigt deutlich, dass die Generation „NextGen“ bzw. „GenZ“ hohe Ansprüche stellt und gleichzeitig aber offen für langfristige Kundenbeziehungen ist, wenn Banken ihre Bedürfnisse ernst nehmen.

Die Ergebnisse bilden eine zentrale Grundlage für weiterführende Analysen, Auszeichnungen und Benchmarks im Kontext moderner Bankqualität und Zukunftsfähigkeit.
Die finale und umfassende Ergebnispräsentation – der kompletten „NextGen-Studie 2026“ – veröffentlichen wir im Februar 2026 auf unserer Homepage.

Einen aktuellen Auszug bzw. Zwischenstand finden Sie bereits in dieser Infografik.

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Erhebliche Chancen für Regionalbanken durch ein modernes Verständnis von Finanzbildung

Finanzbildung ist DER strategische Anknüpfungspunkt für Regionalbanken u.a. auf Basis der ING/Visa-Studie.

Die Studie von ING Deutschland und Visa („Wenn die App zur Bank wird: Gen Z hat ihre Finanzen gut im Blick und im Griff“, Dezember 2024) zeigt eindrücklich, wie die Generation der 18- bis 30-Jährigen – also die sogenannte Generation Z – heute Banking, Bezahlen und Sparen gestaltet und welche Implikationen sich daraus für Finanzinstitute ergeben.

Ausgewertet wurden dafür zwei Datenquellen. Zum einen anonymisierte Nutzungsdaten von rund zwei Millionen ING-Kund:innen im Zeitraum Januar bis Juni 2024 zum anderen eine gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut forsa durchgeführte Onlinebefragung von etwa 1.800 Personen in Deutschland ab 18 Jahren zu ihrem Nutzungsverhalten beim Bezahlen und bei den Bankservices.

Wesentliche Erkenntnisse

Zunächst zeigt sich, dass für die Generation Z das Smartphone die zentrale Schnittstelle ist – 75 % der ING-Kund:innen in dieser Altersgruppe haben sich in den letzten drei Monaten ausschließlich über die App eingeloggt. Ein Drittel nutzt die App täglich.
Zudem gilt: 82 % der Befragten geben an, ihre Banking-App zur Kontrolle der Finanzen zu nutzen – weit häufiger als z. B. das Durchsehen des physischen Geldbeutels (33 %) oder der klassischen Kontoauszüge (24 %).

Beim Zahlungs- und Nutzungsverhalten dominiert ebenfalls die digitale Variante. 53 % der ING-Gen Z-Kund:innen zahlen mit dem Smartphone oder einer Smartwatch, und 39 % aller Transaktionen dieser Altersgruppe bei ING erfolgen mobil (gegenüber 25 % bei 31-50-Jährigen und 16 % bei über 50-Jährigen).
Auch Bargeld nimmt ab: 27 % der Gen Z-Kund:innen hoben in einem Halbjahr kein Bargeld ab, und wenn sie abheben, dann im Schnitt nur rund 1,4-mal pro Monat.

Auch beim Sparen und Investieren unterscheiden sich die Jüngeren vom Durchschnitt. 22 % ihres Einkommens legen sie durchschnittlich monatlich zurück – im Vergleich zu 17 % bei allen Befragten. 68 % sparen aktiv (z. B. Tagesgeld oder Festgeld) – am beliebtesten ist das Tagesgeld mit 45 %. Gleichzeitig geben 58 % an, in Wertpapiere, ETFs oder Krypto zu investieren. Bei ING investieren 42 % der Gen Z über Wertpapiersparpläne, davon 94 % in ETF-Sparpläne – bei über 50-Jährigen sind es nur 24 %.

Ein weiterer wichtiger Befund betrifft die finanzielle Gesundheit. Der Verschuldungsgrad der Gen Z bei der ING ist gering: 84 % der Kund:innen dieser Altersgruppe bleiben in einem Zwei-Monatszeitraum im Plus. Der Dispokredit wird kaum genutzt, die durchschnittliche Überziehung beträgt etwa 800 Euro und dauert 17 Tage.

Allerdings offenbart die Studie auch eine Bildungslücke. Nur 6 % der Befragten gaben an, in der Schule ausreichend im Umgang mit Geld gelernt zu haben, obwohl 91 % dieser Altersgruppe die Finanzkompetenz für wichtig halten. Tatsächlich fühlen sich jedoch nur 52 % gut informiert. Als Reaktion greifen 60 % auf digitale Angebote zurück – darunter „Finfluencer“ (23 %), Finanz-Blogs (23 %) oder digitale Informationsangebote der Bank (18 %). Künstliche Intelligenz spielt in dem Zusammenhang noch keine bedeutende Rolle.

Die Daten verdeutlichen, dass die Generation Z eine digitale Lebensführung konsequent auch in finanziellen Belangen verfolgt. Banking-Apps sind für sie nicht Zusatz, sondern Standard. Für Banken bedeutet dies, dass traditionelle Desktop-Lösungen zunehmend an Bedeutung verlieren und digitale Services (App-Zugang, biometrische Freigabe, mobile Zahlverfahren) zur Voraussetzung werden. Die Studie zeigt etwa, dass 58 % der Gen Z bereits Gesichtserkennung zur Freigabe mobiler Zahlungen nutzen.

Darüber hinaus entstehen neue Anforderungen an Finanzinstitute. Es reicht nicht mehr, lediglich digitale Kanäle bereitzustellen; sie müssen intuitiv, sicher (z. B. Biometrie) und nahtlos in den Alltag integriert sein. Zugleich zeigt die hohe Spar- und Investitionsquote der Gen Z, dass aktive Angebote im Bereich Wertpapiersparen und digitale Anlage-Plattformen wichtig sind. Die Banken haben hier die Chance, frühzeitig eine langfristige Kundenbindung aufzubauen.

Die Bildungslücke im Finanzbereich stellt allerdings eine Herausforderung dar und zugleich eine Chance, denn Banken und Finanzdienstleister können hier mit gezielten Bildungs- und Informationsangeboten punkten, insbesondere digital und zielgruppengerecht. Denn obwohl die Generation Z finanziell grundsätzlich gut aufgestellt erscheint, signalisiert der Blick auf ihre Kenntnisse Handlungsbedarf, da insbesondere  finanzielle Selbstständigkeit heute stärker denn je gefordert ist.

Fazit

Die Studie bestätigt eindrücklich, dass für die Generation Z Banking längst mobil ist. Die App ist nicht länger Zusatz, sondern der Hauptkanal. Sie zahlt digital, spart und investiert aktiv, nutzt weniger Bargeld und zeigt insgesamt ein gutes finanzielles Selbstmanagement. Banken, die diese Entwicklungen früh erkennen und entsprechende mobile, intelligente, edukative Angebote bereitstellen, sind im Wettbewerb klar im Vorteil, denn während Banken, die zu sehr auf klassische Kanäle setzen, zunehmend ins Hintertreffen geraten könnten.

Enorme Chancen für Regionalbanken

Die Ergebnisse der ING/Visa-Studie eröffnen Regionalbanken erhebliche Chancen, insbesondere dort, wo digitale Nutzungsmuster der jungen Generation auf deutliche Defizite in der finanziellen Bildung treffen. Während die Gen Z ihr Banking überwiegend über das Smartphone organisiert und digitale Anwendungen selbstverständlich nutzt, zeigt sie zugleich eine große Unsicherheit bei der Beurteilung finanzieller Entscheidungen. Nur ein sehr geringer Anteil der jungen Menschen fühlt sich durch die Schule ausreichend vorbereitet, obwohl Finanzwissen für die Mehrheit eine hohe Bedeutung hat.

Genau hier können Regionalbanken ansetzen, denn sie besitzen durch ihre lokale Verankerung und ihre persönliche Beratungskompetenz die Glaubwürdigkeit, Finanzbildung nicht als Verkaufsinstrument, sondern als Orientierungsleistung anzubieten. Das ermöglicht eine klare Differenzierung gegenüber Direktbanken und „Finfluencern“, die zwar präsent sind, aber nicht dieselbe Tiefe, Neutralität und individuelle Begleitung bieten können.

Finanzbildung wird damit zum zentralen Schlüsselfaktor, um die hybride Erwartungshaltung der jungen Kundschaft zu bedienen. Digital, wenn es um Kontrolle, Convenience und alltägliche Transaktionen geht, aber persönlich, wenn es um komplexere Fragen wie Sparstrategien, Anlagekonzepte, Absicherungen oder langfristige Finanzplanung geht.

Regionalbanken können diese Lücke schließen, indem sie digitale Lernangebote – kurze Videos, Webinare, Erklärposts oder App-basierte Wissensmodule – mit qualifizierten Beratungsangeboten verbinden. Diese Kombination schafft Vertrauen, steigert die Relevanz im Alltag junger Menschen und stärkt die Kundenbindung über viele Jahre hinweg.

Zugleich bietet ein modernes Verständnis von Finanzbildung die Chance, die eigene Sichtbarkeit und Positionierung zu verbessern, denn wer junge Menschen verständlich, pragmatisch und ohne Produktdruck begleitet, wird als kompetenter Partner wahrgenommen. Und das nicht nur in einzelnen Beratungssituationen, sondern als strategische Anlaufstelle für die finanzielle Lebensplanung.
Für Regionalbanken ist Finanzbildung damit kein Randthema, sondern ein nachhaltiges Differenzierungsmerkmal, das digitale Nähe mit persönlicher Verantwortung verbindet und langfristig Wettbewerbsvorteile schafft.

 

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Regionalbanken im Wandel: Zwischen Nähe, Digitalisierung und dem Kampf um das Girokonto

Wie zwei zentrale Entwicklungen die Zukunftsfähigkeit regionaler Institute bestimmen

Ein Sektor im strukturellen Dilemma

Der deutsche Bankenmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Auf der einen Seite bleibt der Wunsch der Kundinnen und Kunden nach lokal verankerter, vertrauensvoller Beratung bestehen. Auf der anderen Seite prägen digitale Plattformen, FinTechs und Direktbanken zunehmend die Art und Weise, wie Menschen Finanzdienstleistungen suchen, auswählen und nutzen. Diese doppelte Marktbewegung bringt insbesondere Regionalbanken – Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie kleinere Privatbanken – in einen strategischen Spagat bzw. ist eine große Herausforderung.

Die jüngsten Analysen aus Der Bank Blog verdeutlichen zwei wesentliche Trends, die sich unmittelbar auf die Zukunftsfähigkeit regionaler Institute auswirken:

  • Der Balanceakt zwischen Nähe und Digitalisierung:
    Filialbanken müssen analoge Stärken und digitale Erlebnisse zu einem schlüssigen Gesamtangebot verbinden.
  • Der Wandel vom „Badewannen- zum Strandeffekt“ im Girokontomarkt:
    Das einst stabile Fundament der Kundenbeziehung – das klassische Girokonto – steht stärker unter Wettbewerb als je zuvor.
    Zusammen beschreiben diese Entwicklungen ein strukturelles Dilemma, das Banken zwingt, ihren Kundenzugang, ihre Produktstrategien und ihre kanalübergreifenden Prozesse neu zu denken.

Nähe als Differenzierungsmerkmal – Digitalisierung als Existenzbedingung

 Das traditionelle Stärkeprofil der Regionalbanken

Regionalbanken gelten seit Jahrzehnten als zuverlässige Ansprechpartner für private Kundinnen und Kunden. Ihre Stärken liegen traditionell in:

  • persönlicher Beratung und Vertrauensbeziehungen,
  • regionaler Präsenz,
  • Kenntnis lokaler wirtschaftlicher Strukturen,
  • Kundennähe und langfristiger Bindung.

Dieses Modell ist jedoch nur noch bedingt ausreichend, um unter modernen Wettbewerbsbedingungen zu bestehen. Die veränderte Kundenerwartung – insbesondere der jüngeren Generationen – verlangt nach hybriden Lösungen, bei denen digitale Touchpoints nahtlos mit persönlicher Betreuung kombiniert werden.

Digitalisierung als Wettbewerbsfaktor – und als Risiko

Der Beitrag „Regionalbanken zwischen Nähe und Digitalisierung“ zeigt deutlich: Kundinnen und Kunden erwarten heute, dass wesentliche Finanzprozesse bequem, schnell und ortsunabhängig funktionieren.

Dazu gehören:

  • intuitives Mobile- und Onlinebanking,
  • digitale Kontoeröffnung und Kreditprozesse,
  • Terminvereinbarung und Beratung per Video,
  • Chat-Dialoge, Interaktionsangebote, digitale Self-Service-Prozesse.

Gleichzeitig bleibt Vertrauen ein zentraler Faktor. Kundinnen und Kunden wollen professionelle Ansprechpartner, aber eben über mehrere Kanäle hinweg.
Regionalbanken müssen sich daher folgende Fragen stellen:

  • Wie gelingt es, persönliche Beratung digital zu verlängern?
  • Wie nutzt man Daten, um Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen?
  • Wie verbindet man digitale Transparenz mit menschlicher Expertise?

Die Studienlage legt nahe: Wer Digitalisierung nur als Effizienzprogramm versteht, wird langfristig den Anschluss verlieren. Digitalisierung ist ein Erlebnisfaktor und damit ein wesentlicher Bestandteil der Markenidentität.

Hybride Beratung als tragfähiges Zukunftsmodell

Die Synthese aus Nähe und Digitalisierung führt konsequent zu einem hybriden Betreuungsansatz.
Erfolgreich sind Banken, die:

  1. analoge Beratungskompetenz und
  2. digitale Erreichbarkeit, Flexibilität und Bequemlichkeit miteinander kombinieren.

Beispiele für hybride Elemente:

  • Beratung per Video, ergänzt durch persönliche Termine vor Ort,
  • digitale Bedarfsanalysen im Vorfeld eines Gesprächs,
  • KI-gestützte Unterstützung bei der Informationsvorbereitung,
  • digitale Vertragsunterzeichnung in Verbindung mit beratungsintensiven Produkten.

Damit verlagert sich Nähe: Sie entsteht nicht nur im Filialgespräch, sondern überall dort, wo Kunden unkomplizierte, schnelle und zuverlässige Unterstützung bekommen – egal ob digital oder analog.

Das Girokonto im Strukturwandel: Vom sicheren Anker zum Wettbewerbsrisiko

Der Badewannen- und der Strandeffekt: Ein Markt im Umbruch

Der zweite Beitrag aus Der Bank Blog bringt die Lage im Girokontomarkt treffend auf den Punkt. Während Banken früher auf den sogenannten Badewanneneffekt vertrauten – also die angenommene Stabilität der Girokontobeziehung –, zeigt sich heute das Gegenteil: Der Markt hat sich zu einem Strandeffekt entwickelt. Banken riskieren, „auf dem Trockenen zu liegen“, wenn sie ihre Rolle als primärer Finanzpartner verlieren.

Ursachen dieser Entwicklung:

  1. FinTechs und Neobanken setzen mit attraktiven Interfaces, kostenlosen Modellen und innovativen Features neue Standards.
  2. Direktbanken punkten mit einfachen Prozessen und schlanken Gebührenstrukturen.
  3. Plattformanbieter etablieren Finanzfunktionen, die früher klassische Bankdomänen waren.

Die Folge: Das Girokonto ist kein selbstverständlicher Besitzstand mehr, sondern ein umkämpftes Produkt.

Das Girokonto als Schlüssel zur wirtschaftlichen Kundenbeziehung

Das Girokonto war jahrzehntelang der natürliche Zugangspunkt zu allen weiteren Produkten einer Bank. Wer das Konto hatte, hatte Zugang zu Sparprodukten, Krediten, Baufinanzierungen, Wertpapiergeschäften und Versicherungen.

Wenn diese Funktion schwindet, geraten traditionelle Vertriebsmodelle unter Druck. Ohne Girokonto sinken Cross-Selling-Potenziale drastisch. Der Verlust der Konto-Beziehung ist daher meistens der Beginn eines dauerhaften Kundenverlustes.

Neue Anforderungen: Ökosysteme, Mehrwertdienste und emotionale Bindung

Um dem Strandeffekt entgegenzuwirken, müssen Banken das Girokonto neu interpretieren.

Zentrale Strategien: Erweiterung des Funktionsumfangs

Beispiele:

  • Smart-Budgeting
  • Finanzmanager
  • Vertrags-Check
  • Versicherungsübersicht
  • digitale Identitätsdienste

Kunden sollen im Konto einen Mehrwert erleben, der über einfache Transaktionen hinausgeht.

Aufbau von Ökosystemen

Regionale Banken können ihre lokale Verankerung nutzen, um ergänzende Partnerdienste einzubinden – von regionalen Händlern bis zu Mobilitätslösungen. Das Konto wird zur Plattform für regionale Mehrwerte.

Bindungsprogramme

Persönliche Beratung, transparente Gebührenmodelle, digitale Convenience und verlässlicher Service stärken die emotionale Bindung.

Verbindungslinie: Warum Nähe und Girokonto dieselbe strategische Baustelle sind

Auf den ersten Blick behandeln die beiden Beiträge unterschiedliche Themen – strategische Positionierung vs. Produktwettbewerb. In der Analyse zeigt sich jedoch ein klarer Zusammenhang:

  • Wer Nähe nicht digitalisiert, verliert Kunden frühzeitig.
  • Wer das Girokonto nicht stabilisiert, verliert den Zugang zu Beratung und Wertschöpfung.

Beide Entwicklungen betreffen denselben Mechanismus: den Kundenzugang.

Nähe benötigt digitale Unterstützung

Regionale Banken können ihre unterschiedlichen Beratungskompetenzen nur dann wirksam einsetzen, wenn sie auch digital sichtbar, erreichbar und erlebbar sind.

Das Girokonto ist das Eintrittstor zur Nähe

Wenn das Girokonto von FinTechs übernommen wird, verliert die Bank den entscheidenden Kontaktpunkt.

Denn ohne Konto:

  1. weniger Beratungskontakte,
  2. geringere Bindung,
  3. sinkende Relevanz im Finanzalltag.

Die strategische Konsequenz:

Nähe und Girokonto sind zwei Seiten derselben Medaille – die Medaille heißt Kundenbeziehung.

Handlungsempfehlungen für Regionalbanken

Auf Basis der beiden Beiträge lassen sich konkrete Empfehlungen ableiten:

Digitale und persönliche Kanäle konsequent verbinden

  1. Ausbau von Video- und Hybridberatung
  2. Digitalisierung der Terminvereinbarung und Vorqualifikation
  3. Transparente Prozesse im Onlinebanking

Das Girokonto als Plattform neu interpretieren

  • Zusatzservices integrieren
  • Ökosysteme mit regionalem Charakter aufbauen
  • Preis- und Leistungsmodelle klar kommunizieren

Kundenorientierung als Leitprinzip stärken

  • Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen analysieren
  • Erkenntnisse aus Touchpoints (digital & analog) zusammenführen
  • Beratungsqualität messbar machen

Daten- und Technologiekompetenz professionalisieren

  • Nutzung von Daten für Bedarfsanalysen
  • KI-basierte Tools für Kundenkommunikation vorbereiten
  • Mitarbeiter befähigen, mit neuen Technologien umzugehen

Ausblick: Zukunftsfähigkeit entsteht durch integrierte Kundenerlebnisse

Die beiden Studien verdeutlichen: Die Zukunft regionaler Banken entscheidet sich weniger durch Filialanzahl oder Produktvielfalt, sondern durch die Fähigkeit, echte Kundenerlebnisse über alle Kanäle hinweg zu gestalten. Nähe bleibt ein Erfolgsfaktor, aber eine neue Art von Nähe, die sowohl digital als auch persönlich erlebbar ist.

Regionalbanken, die diese Herausforderungen annehmen, haben gute Chancen, auch in einem stärker kompetitiven Umfeld relevant zu bleiben. Voraussetzung ist jedoch ein klares Verständnis dafür, dass:

  • Digitalisierung keine Option, sondern eine Überlebensbedingung ist,
  • das Girokonto neu gedacht werden muss,
  • Kundenzugang der zentrale Erfolgsfaktor bleibt.

Die Zukunft gehört jenen Instituten, die „Nähe neu definieren“ und das Girokonto nicht als transaktionales Basisprodukt, sondern als strategisches Herzstück der Kundenbeziehung begreifen.

Quellen:

  1. Regionalbanken zwischen Nähe und Digitalisierung
    Exzellenz in Service und Beratung
    von Dr. Hansjörg Leichsenring 17. November 2025
  2. Vom Badewannen- zum Strandeffekt
    Der Kampf um Girokonto-Kunden
    von Dr. Hansjörg Leichsenring 10. November 2025

 

Fotoquelle: Shutterstock 714357475; 2560692023;

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Persönliche Beratung bleibt ein unterschätzter Erfolgsfaktor

„Die Generation Z im Fokus von Banken & Versicherungen – drei Publikationen im Überblick und die Konsequenzen für die Branche“

Wer junge Zielgruppen strategisch gewinnen und binden will, muss digitale Exzellenz mit persönlicher Beratung, Individualisierung, Transparenz und Vertrauen verbinden.

Die nach 1995 geborenen Angehörigen der Generation Z (nachfolgend „Gen Z“) gewinnen für Banken und Versicherungen zunehmend an strategischer Bedeutung. Einerseits betreten sie aktiv den Finanzmarkt, andererseits bringen sie andere Erwartungen, Einstellungen und Bedürfnisse mit als frühere Generationen.

Drei aktuelle Publikationen beleuchten diese Dimensionen und gemeinsam ergeben sie ein klares Bild: Die Branche steht vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen.

Die Ergebnisse decken sich auch in großen Teilen mit den Resultaten der „Kundenstudie 2024“, die die Gesellschaft für Qualitätsprüfung im zweiten Halbjahr 2024 veröffentlicht hat.

Die drei Quellen sind:

  1. Der Artikel im Handelsblatt vom 19.11.2025 „Wie Banken um das Vertrauen junger Menschen kämpfen“
  2. Die Studie „Wie Banken und Versicherungen die jungen Zielgruppen erreichen können“ der Bankenforen Leipzig
  3. Der Dossier-Beitrag „Banking für die Gen Z: Einblicke, Herausforderungen und Handlungsfelder“ von zeb consulting

Im Folgenden werden die Kernergebnisse zusammengefasst, vergleichen und schließlich die Konsequenzen für die Praxis abgeleitet.

Kernergebnisse im Überblick

Die Generation Z im Blickpunkt: Wie Banken und Versicherer eine anspruchsvolle Kundengruppe gewinnen können

1. Einleitung: Ein Generationenwechsel mit strategischer Bedeutung

Die Generation Z – also die nach 1995 Geborenen – betritt zunehmend die Finanzmärkte. Viele eröffnen ihr erstes Konto, entscheiden über die Wahl einer Bank, beginnen mit dem Vermögensaufbau oder sichern sich erstmals mit Versicherungen ab. Trotz dieser zunehmenden wirtschaftlichen Relevanz fällt es Banken bzw. Finanzdienstleistern oft schwer, die Erwartungen dieser Kundengruppe zu verstehen und bedarfsgerecht zu bedienen.

Die o.g. Publikationen liefern wertvolle Einblicke in das Verhalten, die Einstellungen und die Bedürfnisse der Gen Z. Gemeinsam ergeben sie ein klares, wissenschaftlich fundiertes Bild:
Die Gen Z ist digital, werteorientiert, wissenshungrig und gleichzeitig unsicher, kritisch und wechselbereit.

Für Banken und Versicherer bedeutet das: Die Ansprache junger Kundinnen und Kunden entscheidet künftig über Geschäftsrelevanz, Wachstum und Marktposition.

2. Die Ergebnisse im Detail

Vertrauen als zentrales Steuerungselement

Der Handelsblatt-Beitrag beschreibt eindrucksvoll, dass das Vertrauen für Gen Z kein Automatismus mehr ist. Junge Menschen schenken Finanzinstituten nicht mehr „traditionell“ ihr Vertrauen, sondern prüfen, vergleichen und hinterfragen stärker als frühere Generationen.

Wesentliche Treiber sind dabei u.a. folgende:

  • Transparenz & Ehrlichkeit: Gebührenmodelle, Produktlogiken und Entscheidungswege müssen klar verständlich sein.
  • Digitale Nutzererfahrung: Mobile Banking, intuitive Usability und schnelle Prozesse sind kein Bonus, sondern Mindeststandard.
  • Authentische Markenwerte: Nachhaltigkeit, Diversität, gesellschaftlicher Purpose werden aktiv geprüft.
  • Schnelligkeit & unkomplizierte Interaktion: Lange Wartezeiten, komplizierte Termine oder heterogene Prozesse sind Ausschlusskriterien.
  • Hybride Beratung: Die Gen Z schätzt digitale Self-Services, möchte aber in komplexen Situationen auch eine persönliche, kompetente Begleitung bzw. Beratung.

Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck durch FinTechs und Neo-Banks, die genau solche Bedürfnisse offensiv bedienen.

Die Kernaussage lautet deshalb:

Die Gen Z vertraut nicht der Struktur oder der Marke, sondern sie vertraut der Erfahrung, der Transparenz und der Haltung eines Instituts. Und dies auf Basis öffentlicher Informationen und eigener Erfahrungen.

Finanzbildung als Grundvoraussetzung für gesundes Finanzverhalten

Die Veröffentlichungen (u.a. auch die „Kundenstudie“ der Gesellschaft für Qualitätsprüfung) zeigen deutlich: Trotz hoher Affinität zu digitalen Informationen bestehen massive Wissenslücken, insbesondere zu:

  1. Absicherung und Versicherungen
  2. Altersvorsorge
  3. Kapitalmarkt & Vermögensaufbau
  4. Krediten und Bezahlfunktionen (u.a. Kreditkarten)

Während das Basiswissen (z. B. Girokonto, Überweisungen) gut ausgeprägt ist, fehlt es an einem Verständnis für darüber hinausgehende und auf den Bedarf abgestellte Themen bzw. Produkte.

Besonders relevant in diesem Zusammenhang sind:

  1. Hohe Unsicherheit: Gen Z hat Angst, Fehlentscheidungen zu treffen.
  2. Hoher Bildungswunsch: Junge Menschen möchten lernen. Aber in verständlichen, interaktiven, alltagsnahen Formaten. Das gilt auch für die persönliche Beratung bzw. die Sprache in dem persönlichen Gespräch.
  3. Digitale Lernkanäle dominieren: YouTube, TikTok, Podcasts, kurze Erklärvideos und Social-Media-Content.
  4. Institutionsskepsis: Junge Menschen bevorzugen neutrale, unabhängige Quellen, aber würden seriöse, leicht zugängliche Bildungsinhalte von Banken und Versicherungen annehmen, wenn sie glaubwürdig präsentiert werden.

Die Kernaussage lautet deshalb:

Finanzbildung ist für Gen Z kein „Nice-to-have“, sondern eine emotionale Sicherheitsstrategie und damit ein Schlüssel für eine gute und nachhaltige Kundenbeziehung.

Strategische Herausforderungen und Zukunftsfähigkeit

Das zeb-Dossier belegt, dass klassische Banken und Versicherer strukturell unter Zugzwang stehen, wenn sie die Gen Z langfristig binden wollen.

Die wichtigsten Ableitungen sind folgende:

  • Hybride Modelle ersetzen starre Strukturen
    Die Gen Z erwartet digital-persönliche Kombinationen. Das gilt für die Beratung, den Produktabschluss und die anschließende Betreuung.
  • Personalisierung statt Standardprodukte
    Die Zielgruppe ist extrem heterogen: Studierende, Start-Up-Gründer, Berufseinsteiger, Auszubildende, junge Familien und alle haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und sie wollen erleben, dass dieser Unterschiedlichkeit (auf Basis von Präferenzen und Bedarfen) Rechnung getragen wird.
  • Lifestyle- und Werteorientierung
    Zweckorientierung, Nachhaltigkeit, Impact und Markenhaltung beeinflussen die Wahl einer Bank oder Versicherung stärker als früher.
  • Geschwindigkeit & Prozessqualität
    End-to-End-digitale Prozesse sind nicht optional, sondern sie sind Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Neue Wettbewerber definieren Standards: FinTechs, E-Commerce-Plattformen und internationale Anbieter setzen neue Benchmarks, die klassische Institute übernehmen müssen, um relevant zu bleiben. Das gilt auch weiterhin bspw. für die etablierten Direktbanken.

Die Kernaussage lautet deshalb:

Nur Institute, die Strategie, Kultur, Prozesse und Kommunikation gesamthaft modernisieren, werden die Gen Z langfristig überzeugen und an sich binden.

3. Synthese: Ein konsistentes Gesamtbild

Die drei o.g. Publikationen zeichnen ein deckungsgleiches Bild:

  • Die Gen Z hat hohe Erwartungen, aber wenig Vertrauen. Sie prüft kritisch, verlangt Transparenz, Geschwindigkeit und ein authentisches Werteverständnis.
  • Die Gen Z ist finanziell interessiert, aber oft überfordert. Sie sucht Orientierung, Tools, Bildung und verständliche bzw. nachvollziehbare Beratung.
  • Die Gen Z ist digital, aber nicht ausschließlich digital. Sie will digitale Self-Services, persönliche Beratung in komplexen Fragen und flexible Interaktion.
  • Die Gen Z ist anspruchsvoll, aber loyal, wenn Kompetenz und Haltung stimmen. Sie schätzt gute Partnerschaften, bleibt aber nicht bei Anbietern, die ihre Erwartungen nicht erfüllen.

4. Konsequenzen für Banken und Versicherer

Aus den Befunden entstehen klare Handlungsfelder:

Ganzheitliche, hybride Beratungskonzepte

Videoberatung als Standard: eine hohe Qualität über alle Vertriebskanäle wird erwartet
digitale Vorbereitungs- und Analyse-Tools im Rahmen der Beratung bzw. der Bedarfsanalyse
persönliche Begleitung bei komplexen Entscheidungen

Finanzbildung als strategisches Produkt

  • Erklärvideos, Micro-Learning, Gamification
  • Social-Media-Bildungsrubriken
  • interaktive Tools zu Budget, Vorsorge und Investments
  • Kooperationen mit Schulen, Hochschulen & Influencern

Markenpositionierung über Werte & Purpose

  • Nachhaltigkeit nicht als Marketing, sondern als Geschäftsmodell
  • Transparenz bei Gebühren & Produkten
  • klare Haltung zu gesellschaftlichen Themen

Digitalisierung als Priorität

  • Echtzeit-Prozesse
  • Automatisierte Voranalysen bzw. datengetriebene Analyse mit einem spürbaren Mehrwert für die Kunden
  • medienbruchsfreie End-to-End-Erlebnisse (in der Beratung, im Online-Banking etc.)

Personalisierung & Segmentierung

  • Lebensphasenmodelle
  • individuelle Angebotsstrecken
  • datenbasiertes und intelligentes Routing (je Bedarf, je Thema etc.) – wichtig ist hier bspw., dass sich die Themenbereiche auf der Homepage bei der Online-Terminvereinbarung wiederfinden.

Aufbau einer jungen Community

  • Events, Challenges und digitale Finanz-Clubs
  • Co-Creation-Formate u.a. zur Produktentwicklung
  • Feedback-Programme und Beta-Tests mit einer transparenten Kommunikation

Ausblick: Warum jetzt handeln?

Die Generation Z wird in den kommenden zehn Jahren zur kaufkräftigsten Konsumentengruppe. Institute, die heute nicht an Relevanz gewinnen, werden es später schwer haben.

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Datenlage:

  • Der Vertrauensverlust gegenüber klassischen Banken ist real.
  • Digitale Wettbewerber erhöhen den Handlungsdruck und die Kundenerwartungen.
  • Finanzbildung ist ein unterschätztes, aber mächtiges Bindungsinstrument.
  • Junge Menschen sind extrem wechselbereit, aber auch langfristig loyal, wenn die Beziehung stimmt.

Fazit:
Die Generation Z ist keine zukünftige Zielgruppe, sondern sie ist längst Gegenwart. Banken und Versicherer, die ihre Erwartungen verstehen und bedienen, sichern sich einen entscheidenden strategischen Vorteil.

Die drei Veröffentlichungen zeigen sehr eindrucksvoll: Das Thema „Gen Z im Finanz- und Versicherungsbereich“ ist keine Randerscheinung mehr, sondern ein strategisches Zukunftsthema. Banken und Versicherungen stehen vor der Aufgabe, nicht nur Produkte anzubieten, sondern Erlebnisse, Bildung und Werte-Orientierung zu liefern.

Wer diese Generation nachhaltig überzeugt, sichert langfristig relevante Kundenbeziehungen. Wer es nicht tut, riskiert den Anschluss in einem Markt, der zunehmend digital, schnell und anspruchsvoll ist.

Für die Branche gilt: Jetzt handelt es sich nicht mehr um eine Option, sondern um ein Muss, Gen Z-gerecht aufgestellt zu sein.
Lesen Sie hierzu auch den Beitrag: „Was die Generation Z von ihrer Bank erwartet“

 

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Was die Generation Z von ihrer Bank erwartet

Digital. Transparent. Persönlich. Die Gen Z ist eine Kundengruppe mit klaren Werten.

Einleitung

Die Generation Z (geboren ca. 1995–2010) wird in den kommenden Jahren maßgeblich über die Zukunft der Banken entscheiden. Sie ist digital sozialisiert, preisbewusst und orientiert sich an klaren Werten. Wer junge Kunden gewinnen bzw. auch halten will, muss verstehen, was diese Zielgruppe tatsächlich erwartet und wie sich Institute darauf einstellen können.

Mobile First: Banking in Minuten, nicht in Tagen

Kontoeröffnung per App, digitale Prozesse ohne Papierkram und intuitive Bedienung sind für die Gen Z keine Kür, sondern Pflicht.

Für die junge Generation ist das Smartphone die eigentliche Filiale. Kontoeröffnung, Überweisungen, Kreditkartenbestellung etc. – alles muss „mobile first“ gedacht und in Echtzeit verfügbar sein. Studien von Bitkom und Accenture zeigen, dass sich die Wechselbereitschaft junger Kunden direkt an der Qualität des digitalen Erlebnisses bemisst.
Das bestätigt auch die „Kundenstudie 2024“ der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH. Besonders bei der Erwartungshaltung bzgl. der Online-Abschlussstrecken in den Bereichen „Depot“, „Bausparen“ und „Versicherungen“ gibt es bei den meisten Regionalbanken noch enormes Potenzial.

Instant Payment & Wallets als Hygienefaktor

Bargeld war gestern und heute zählt Schnelligkeit.

Apple Pay, Google Pay, PayPal oder Instant Payment sind für die Gen Z längst selbstverständlich. Die Erwartung: eine Bank, die Wallets standardmäßig anbietet und Geldtransfers sekundenschnell abwickelt. Visa bestätigt in aktuellen Analysen den klaren Trend hin zu digitalen Zahlungen – gerade bei jungen Kunden.

Personalisierung statt Produktlisten

Standardprodukte verlieren an Attraktivität, deshalb sind individuelle Lösungen gefragt.

Die Gen Z möchte nicht durch Prospekte blättern, sondern smarte, personalisierte Empfehlungen erhalten. Micro-Investments, flexible Sparpläne, BNPL-Lösungen (buy now, pay later) und alles abgestimmt auf die individuelle Lebenssituation. Accenture belegt: Personalisierte „Next Best Actions“ erhöhen Zufriedenheit und Loyalität spürbar.

Transparenz & Fairness

Versteckte Gebühren sind das Aus für jede Beziehung.

Für die junge Bankkunden ist absolute Klarheit bei Kosten entscheidend. Ob Kontoführungsgebühren, Dispozinsen oder Transaktionskosten: alles muss auf einen Blick verständlich sein. EY-Studien zeigen, dass die Wechselbereitschaft bei fehlender Transparenz in keiner Generation so hoch ist wie bei der Gen Z.

Nachhaltigkeit & Purpose

Haltung zählt, aber sie muss sichtbar und glaubwürdig sein.

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Schlagwort. Junge Kunden erwarten konkrete ESG-Angebote, transparente Ausschlüsse und nachvollziehbare Impact-Daten. Studien von EY und Deloitte zeigen: Die Gen Z belohnt Banken, die Werte nicht nur kommunizieren, sondern im Produktangebot sichtbar machen.

Hybride Beratung für komplexe Themen

Digital, wo möglich und persönlich, wo nötig.

Bei Themen wie Baufinanzierung, Altersvorsorge oder Absicherung will die Generation Z echte Menschen sprechen. Die Präferenz liegt hierbei auf den hybriden Modellen, die Video- und Filialberatung kombinieren. Ergänzt um digitale Co-Piloten – Checklisten, Simulationen, und intelligente Abschlussstrecken. Dadurch entsteht Vertrauen und Verbindlichkeit.

Finanzbildung & Community

Wissen ist Macht und ein Serviceangebot der Zukunft.

Die Jugendstudie des Bankenverbands zeigt: das Interesse an Finanzen wächst, doch systematische Finanzplanung ist ausbaufähig. Junge Kunden erwarten von Banken leicht verständliche Inhalte, Tutorials oder Gamification-Ansätze. Institute, die Finanzbildung mit Community-Charakter verknüpfen, positionieren sich als langfristige Partner.

Fazit
Die Gen Z fordert von ihrer Bank: digitale Exzellenz, radikale Transparenz, personalisierte Relevanz und gelebte Werte. Institute, die diese Erwartungen erfüllen, schaffen nicht nur Vertrauen, sondern sichern sich die Kundenbindung der Zukunft.

Insbesondere für Regionalbanken gilt:

  1. Lokalen Vorteil ausspielen: persönliche Erreichbarkeit, Netzwerke (Handwerk/Immobilien/Kommunen), glaubwürdiger Mehrwert für die Kunden.
  2. Community & Clubs: regionale Finanz-Meetups, Azubi-Programme, Campus-Roadshows optional ergänzt um digitale (Finanzbildungs-) Angebote o.ä.

Hinweis in eigener Sache zu unserer Kundenstudie 2024 – Finanzinteressen der Deutschen mit Fokus auf #GenZ von der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH | 1.019 Befragte, 18–69 Jahre

Die wichtigsten Fakten:
• 💳 Geldanlage
„> 60 % Interesse – Gen Z: 73 %“ (Seiten 16-17 der Studie)

• 🛡️ Versicherungen
„Bekannt: Haftpflicht 33 %, Auto 31 %, Hausrat 25 %“ (Seite 11 der Studie)

• 🏦 Dispo-Kredit
„Nur 61 % kennen ihn“ (Seite 15 der Studie)

• 🏠 Private Altersvorsorge
„Insgesamt für 72 % bekannt, 64 % haben Interesse“ (Seiten 30-31 der Studie)

Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig eine klare, verständliche und kundenorientierte Beratung bleibt – besonders in den Bereichen Geldanlage, Vorsorge und Versicherungen.

Die Studienergebnisse werden auch für den neuen Fragebogen „BESTE BANK vor Ort 2026“ genutzt, um den Analysebogen weiterzuentwickeln. Die weiteren Ergebnisse der Kundenstudie finden Sie in dem beigefügten Filmbeitrag.

 

Quellen

• Accenture (2025): Global Banking Consumer Study
• Bitkom (2025): Digital Finance 2024
• Deloitte (2025): Gen Z & Millennial Survey
• Visa (2024/25): Payments & Gen Z
• EY (2024/25): Future Consumer Index
• Bankenverband (2024): Jugendstudie 2024
• Kundenstudie 2024 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH

 

Fotoquelle:

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