Mit regelmäßig neuen Testformaten reagiert die Gesellschaft für Qualitätsprüfung auf einen sich immer schneller und deutlicher verändernden Markt. Banken, insbesondere regionale Filialbanken vor Ort, stehen vor immer größeren Herausforderungen. Im Zentrum stehen hierbei die Begleiterscheinungen der Digitalisierung, das stetige Erstarken ortsunabhängiger Online-Angebote und vor allen Dingen die veränderten Anforderungen und Erwartungen neuer, junger Zielgruppen.

Mit dem Young Finance Award und der Auszeichnung „Exzellente NextGen Bank“ prüft und würdigt das erfahrene Testinstitut die Leistung der Banken unter diesen anspruchsvollen Bedingungen. Durch eine Überarbeitung des erstmals für 2026 durchgeführten Bankentests „NextGen Bank“ soll dessen Aussagekraft und sein Nutzwert sowohl für Verbraucher als auch für Banken zusätzlich gesteigert werden.

Im Interview erklärt Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung, wie sich der Fokus auf einzelne Städte im Test bewähren und zum Qualitätsatlas werden soll.

Sie haben angekündigt, dass der Bankentest „NextGen Bank“ zukünftig nach den besten Banken in den einzelnen Städten sucht. Wieso eine so grundlegende Änderung nach nur einer Ausgabe des Tests?

„Richtig, nachdem die Ergebnisse des NextGen Bank 2026 von uns noch nach Bundesländern und Regionen aufgeschlüsselt wurden, haben wir beschlossen, in der nächsten Ausgabe die jeweils besten NextGen Banken aus mehr als 200 Städten auszuzeichnen. Damit folgen wir nicht zuletzt dem ausdrücklichen Wunsch vieler Empfänger der letzten Testergebnisse, die sich mit einem Vergleich auf kommunaler Ebene eine individuelle Entscheidungshilfe erhoffen.“

Wäre dafür nicht der Bankentest BESTE BANK vor Ort das geeignete Instrument?

„Die Überlegung ist naheliegend und wurde von uns intern auch diskutiert. Allerdings ist uns sehr schnell klar geworden, dass die beiden Formate zwar erkennbar Gemeinsamkeiten haben, aber dann auch wieder so große Unterschiede, dass man sie, auch mit städteorientierten Ergebnissen, als vollkommen eigenständig betrachten muss.

Beide Tests unterscheiden sich sowohl in der Zielsetzung als auch in der Methodik erkennbar: Während der Bankentest BESTE BANK vor Ort sich grundsätzlich mit dem Thema Beratungs- und Servicequalität auseinandersetzt, bewertet NextGen Bank den digitalen Ersteindruck, den Banken in Hinblick auf die Zielgruppe junger Kunden der Generation Z hinterlässt.

Dabei arbeiten wir beim Bankentest BESTE BANK vor Ort mit Testkunden, die die tatsächliche Beratungsleistung in Anspruch nehmen und bewerten. Dahingegen arbeiten wir bei dem Testformat „NextGen Bank“ vollständig digital.“

Entspricht das nicht dem Digital-Check, der doch auch Teil des Bankentest BESTE BANK vor Ort ist?

„Der Digital-Check hat den gleichen oder zumindest einen vergleichbaren Ansatz. Er prüft die Websites der Banken, bewertet Faktoren wie Usability, Mobiloptimierung, Informationsgehalt und das verfügbare digitale Serviceangebot. Die Ergebnisse fließen mit 30 % in die Gesamtbewertung ein. Insofern unterscheidet sich der Digital Check sowohl im Umfang als auch in seiner Bedeutung deutlich von der Methodik des Bankentests NextGen Bank.

Hier wäre vielleicht eher der Vergleich mit unserer Studie „Digital Champions 2025“ angebracht. Wie den NextGen Bankentest verbindet auch sie die Prüfung und Bewertung der Website in Hinblick auf Usability und thematisch relevante Inhalte mit der Frage nach Präsenz und Aktivität in den Sozialen Medien.

Allerdings geht es in der Studie um das Thema Vermögensverwaltung und nicht um den Zielgruppenfokus auf junge Erwachsene, der bei allen Formaten im Rahmen des Young Finance Awards im Mittelpunkt steht.“

Und warum hat die regionale Auswertung nicht ausgereicht?

„Die Ergebnisse des Bankentest NextGen Bank 2026 wurden in vier Bundesländern und drei Regionen, welche die restlichen 12 Bundesländer abdecken, eingeteilt. Insgesamt wurden nach diesem Prinzip 131 Top-Anbieter gekürt. Auch wenn dabei viele Städte abgedeckt wurden, ist es doch kein Blick auf die einzelnen Standorte als solche.

Das heißt zum einen mussten Interessierte in den Ergebnissen suchen, ob die für sie interessanten Städte bzw. Banken erwähnt werden, zum anderen war es möglich, dass eine oder mehrere Banken aus einer Stadt auftauchten, dagegen aber andere (bspw. die jeweiligen Wettbewerber) gänzlich unsichtbar blieben.

Entsprechend werden beispielsweise für die Region Ost, also die gesamten neuen Bundesländer inklusive Berlins, nur sieben Topanbieter genannt – nicht viel für fünf Flächenländer mit mehr als 2.300 Städten und Gemeinden. Dabei handelte es sich bei den veröffentlichten Ergebnissen auch nicht um ein klassisches Ranking: Den Titel „Exzellente NextGen Bank 2026“ erhielten alle Banken, die eine Gesamtnote von 2,0 oder besser erreicht haben.

Analog zum Bankentest „BESTE BANK vor Ort“ wird NextGen 2027 Ergebnisse für mehr als 200 Städte bieten. Diese werden als Ranking über die Auswahl der Stadt abrufbar sein und sich dabei nicht auf einzelne Bestbewertete beschränken.

Das heißt ganz praktisch: Wenn eine Stadt in der alten Version des Tests nicht aufgetaucht wäre, weil keine der ansässigen Banken im Test mit 2,0 oder besser bewertet wurde, finden Interessierte in der neuen Variante auf jeden Fall die laut Test beste Bank für junge Erwachsene, auch wenn diese vielleicht nur die Gesamtnote 2,5 erhalten hat. Das gilt darüber hinaus auch für das jeweilige Ranking je Stadt, welches wir für 2027 vollständig auf unserem neuen Portal veröffentlichen.“

Welches neue Portal meinen Sie?

„Wir haben jüngst die neue Domain „Young-Finance-Award.de“ online gestellt, auf der ab Januar 2027 alle 200 getesteten Städte abgerufen werden können.“

Zurück zu dem Ranking: Ist das dann aus Sicht der Ergebnisse nicht ein Schritt zurück, wenn nun auch „schlechtere“ Banken gelistet werden?

„Nein, so darf man das nicht betrachten: Ausgezeichnet werden nach wie vor nur die besten Banken, mit herausragen-der Leistung, widergespiegelt in überdurchschnittlichen Gesamtnoten. Es spricht aber nichts dagegen, Verbrauchern bei der Wahl einer Bank vor Ort die Möglichkeit zu bieten, die beste verfügbare Leistung zu finden, auch wenn diese vielleicht im regionalen Vergleich oder sogar auf Bundesebene nicht zum Spitzenfeld zählt.

Hier muss letztlich der Verbraucher selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist: die Möglichkeit, mit einem Ansprechpartner vor Ort zu arbeiten oder absolute Spitzenleistung. Die neugestaltete Ergebnisdarstellung ermöglicht ihm, beides so gut wie möglich miteinander zu verbinden. In Ergänzung dazu ist für uns für Darstellung des vollständigen Rankings mit allen Banken vor Ort auch eine Frage der Transparenz und der Vergleichbarkeit der regionalen Anbieter.“

Hat das dann nicht auch Konsequenzen für die Banken?

„Selbstverständlich, aber die sind ebenfalls grundsätzlich positiv zu bewerten: Zum einen werden Banken erwähnt, die im alten Ergebnisformat außen vor geblieben wären. Das ist nicht zuletzt ein Marketingaspekt für die Neukundengewinnung. Zum anderen können sich Banken im lokalen Wettbewerb besser vergleichen und erhalten eine Möglichkeit zur Qualitätskontrolle in einem immer wichtigeren Bereich einer zukunftsfähigen Wettbewerbsstrategie.“

Ist nicht zu erwarten, dass die Ergebnisse doch denen des Bankentests „BESTE BANK vor Ort“ entsprechen?

„Das ist auf jeden Fall eine interessante Frage und wir sind selbst gespannt, ob sich hier tatsächlich Parallelen zeigen werden. Wir sind aber auch sicher, dass dies nicht zwingend der Fall sein wird. Sicherlich gibt es Banken, die multidimensionale Strategien verfolgen und sich in unterschiedlichen Geschäftsbereichen und in Bezug auf unterschiedliche Zielgruppen proaktiv engagieren und gute Leistungen erbringen.

Dass gerade eine Regionalbank vor Ort aber buchstäblich als Multitalent mit herausragender Beratungs- und Servicequalität hervorsticht und sich gleichzeitig auch lokaler Vorreiter in Fragen Multimedia, Online, Social Media und allem was für das Geschäft mit der Generation Z benötigt präsentiert, wäre schon bemerkenswert. Aber ich kann Ihnen versprechen, wir werden es herausfinden.“

Hier geht´s zum neuen YFA-Portal: www.Young-Finance-Award.de

 

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